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Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher

Das Labyrinth der Träumenden Bücher (Zamonien, #6)
Another entertaining story - easy to read and captivating. Not as brilliant as Captain Bluebear (this one will stay my favourite), but a 'typical' Moers which didn't dissappointed my (high) expectations. And the best part is still to come, because this book is just the 'foreplay' for new adventures into the catacombs ...
Dieses Buch ist wieder einmal ein 'typischer' Moers so wie ich ihn erwartet habe. Einfach zu lesen, aber trotzdem unterhaltsam und fesselnd, weswegen es schon nach wenigen Tagen ausgelesen war. Vielleicht hatte die Geschichte  nicht ganz so viel 'Action' und Spannung wie in einigen anderen Büchern, was mich aber nicht gestört hat. Leider hatte ich den Inhalt des Vorgängers schon fast komplett vergessen, was den Genuss etwas schmälterte, da dieser schon wichtig für ein besseres Verständnis des Buches ist.  Es ging zum Glück auch so. Alles in allem ein kurzweiliges Lesevergnügen, was mehr verspricht, da das Ende offen gelassen wird und die Geschichte zum 'Vorspiel' für das nächste Buch macht. Die 13 1/2 Leben des Kapitain Blaubär kann es damit natürlich nicht vom Thron verstoßen (dieses Buch wird immer mein Lieblingsbuch bleiben), aber es reiht sich nahtlos in die Moers-Reihe ein. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung, die hoffentlich wieder an Fahrt aufnimmt.

John Updike: Rabbit, Run

Rabbit, Run
As someone wrote in a review on goodreads before: "This is yet another book from the 1001 books list which has made me question whether or not the people who write the list actually like people who read books or if they are really secretly intent on torturing us all for their own amusement?"
This was really strenous reading and one of the reasons it took me so long to read it. I have to admit that the language is brilliant (for me as someone whose mother-tongue is not English), and a dictionary would have been helpful sometimes because of the excessive use of (unknown) vocabulary. Otherwise I am glad that I did't read a German translation because the translation mostly tends to distort content in such a case.
The problem was I didn't sympathized or could identify myself with the protagonist or the setting. It just got me bored after some time. The guy runs away, lives with a prostitute, plays golf with a reverend who tries to get him back to his wife. Then she gets their baby and he returns (should it really be that easy?!), running away again after the first fight they have. Ok, there I got the title, he always runs away, not facing his problems. But do I need to read over 200 pages for this conclusion?
I'm not sure if I'll read a book written by Updike again - and if yes, definitively not one containing Rabbit in its title.

Einige Bücher von der "1001 Bücher die man lesen sollte"-Liste sind nicht lesenswert. Das ist eines davon. Aber ich habe einen gewissen Ergeiz was Herausforderungen angeht, und so habe ich mich durch die 230 Seiten mehr oder minder "gequält". Um ehrlich zu sein, diente dieses Buch mir in letzter Zeit als Lektüre während der Busfahrt zum Frauenarzt und beim CTG schreiben, zu Hause auf der Couch hätte ich es freiwillig wahrscheinlich nicht in die Hand genommen. Die letzten 20 Seiten habe ich dann gestern in der Badewanne beendet. Normalerweise lese ich nicht in der Badewanne, da ich Angst habe dass mir das Buch hineinfällt, aber in diesem Fall ... wäre es nicht so schlimm gewesen.

Mein größtes Problem war, dass ich mich so überhaupt gar nicht mit dem Protagonisten oder den Hintergrund/der Zeit in der die Geschichte spielt identifizieren konnte. Ein Typ verläßt seine Frau weil er mit der Situation unzufrieden ist, sie trinkt ihm zuviel. Dann lebt er mit einer Prostituierten zusammen und spielt Golf mit dem Reverend der Familie seiner Frau, der ihn versucht zu überzeugen, wieder zurückzukehern. Das macht er dann auch als sie die gemeinsame Tochter zur Welt bringt (klingt ein bißchen zu einfach, oder?). Beim nächsten Streit läuft er wieder davon. Das macht ihn nicht gerade sympatisch, aber den Titel erklärt es schon, er läuft seinen Problemen immer davon. Für diese Erkenntnis muss ich mich dann aber durch 260 Seiten lesen?! Das Einzige womit Updike überzeugt ist seine Sprache, ein Wörterbuch wäre manchmal ganz hilfreich gewesen um die Vielfalt des Vokabulars zu verstehen. Deswegen bin ich froh dass ich das Buch nicht auf deutsch gelesen habe, da dort meistens durch die Übersetzung viel verloren geht. Eventuell lese ich noch einmal etwas von Updike, aber wenn ja, dann garantiert kein Buch mit 'Rabbit' im Titel (ja, es gibt noch drei 'Fortsetzungen' dieses Buches).

Merethe Lindstrøm: Dager i stillhetens historie

Dager i stillhetens historie
My expectations were high when I started reading, but after some pages I realized there was no arc of suspense and I shouldn't expect one either. The story is about silence, and mostly about the 'bad' silence. Secrets unrevealed, being a constant burden. It's a rather depressing and sad story about an old couple - he, suffering from dementia, starts talking to his wife. She is struggling with that fact, especially because only she knows his whole story (he is a jew, most of his family died in the holocaust) and wants him to tell it to their children. But this chance has long ago passed, and even as they have to fire their househelp because she turns out to be an anti-Semite, they won't tell their children the real reason. The whole atmosphere of this story is gloomy the way it's written, you get small hints and bites until you get the whole point, but there is no real beginning or end.
So if you want to read a good story about the 'dark side' of silence and want to get this creepy felling of sitting in a room with others, full of tension and nobody talking, I can recommend it.

Als ich im Norwegenurlaub mal wieder auf der Suche nach etwas Lesbarem war, kaufte ich unter anderem auch dieses Buch. Es wurde in der norwegischen Literaturwelt empfohlen und hatte auch einige Buchpreise abgeräumt, also dachte ich dass es deswegen schon lesenswert sein müßte. Ein bißchen enttäuscht war ich allerdings, als sich das nicht so ganz wie erwartet erwies. Die vorherigen Bücher hatten mich mit ihrem Spannungsverlauf und dem Aufbau der Geschichte immer gefesselt, was ich von diesem Buch nicht so behaupten kann. Es gibt nämlich keinen Spannungsbogen, und die Geschichte "plätschert" so dahin, unterbrochen von kurzen Einschüben aus der Vergangenheit. Im wesentlichen geht es um die unangenehmen und schlechten Aspekte des Schweigens. 
Es beschreibt das Zusammenleben eines älteren Ehepaares (aus der Perspektive der Ehefrau erzählt), die Kinder sind schon lange aus dem Haus; sie legen sich eine Haushaltshilfe zu. Der Mann erkrankt an Demenz, die schleichend immer mehr zunimmt, und irgendwann hört er auf zu sprechen. Für die Frau ist es eine Belastung, besonders da ihr Mann ein Geheimnis hütet, von dem nur sie weiß. Er hat den Holocaust überlebt, versteckt; ein Großteil seiner Familie wurde ermordet. Die Kinder ahnen nichts davon, und die Chance ihnen davon etwas zu erzählen ist nun endgültig verpasst, denn die Frau traut sich ebenfalls nicht über das zu sprechen, was ihr Mann ihr anvertraut hat. Selbst als die ausländische Haushaltshilfe, mit der sie ein freundschaftliches Verhältnis aufgebaut haben, sich als Antisemitin entpuppt und sie deswegen entlassen wird, kann die Frau das Schweigen über den wahren Grund der Kündigung ihren Kindern gegenüber nicht brechen.
Das Ganze ist gut verpackt, immer wieder bekommt man kleine Bröckchen der Geschichte serviert, bis sich am Ende ein Gesamtbild ergibt; und dieses unangenehme Gefühl ist ein ständiger Begleiter. Das Gefühl, was man in einem gefüllten Warteraum bekommt, wenn keiner etwas sagt. Unangenehmes Schweigen. Mit diesem Gefühl läßt einen das Buch auch zurück, ohne wirklichen Anfang oder Ende, nur mit einem Einblick in ein Leben, in dem zuviel geschwiegen wurde.
Alles in allem kein schlechtes Buch, gut geschrieben, aber ohne etwas, das man 'mitnehmen' könnte - es hinterläßt nur einen schalen Beigeschmack (aber das ist schon etwas - mehr als andere Bücher schaffen).