My rating: 4 of 5 starsView all my reviews on Goodreads
My rating: 4 of 5 stars
My rating: 3 of 5 stars
EIGENTLICHNorwegen im Sommer 1948: Der fünfzehnjährige Trond verbringt die Ferien in einer Hütte nahe der schwedischen Grenze. Als in der Nachbarsfamilie ein schreckliches Unglück geschieht, entdeckt der Junge das wohlgehütete Lebensgeheimnis seines Vaters. In den Kriegsjahren hatte dieser zusammen mit der Nachbarin politisch Verfolgte über den Fluss gebracht. Und sich dabei für immer in diese Frau verliebt. Noch ahnt Trond nicht, dass er seinen Vater nach diesem gemeinsamen Sommer nie wiedersehen wird.
Dieses Buch war eines der fessenlnden Exemplare, die man nicht aus der Hand geben möchte, bis man sie zu Ende gelesen hat. Dabei sind es nicht die Sachen, die gesagt werden, die so anziehend sind - es sind diejenigen, die verschwiegen werden. Die Hauptfigur, Trond, hat sich in die Einsamkeit der norwegischen Wälder zurückgezogen, um seine 'Rente' so zu verbringen, wie er es sich immer gewünscht hat. In seinem einzigen Nachbarn weit und breit muß er bald einen sehr alten Bekannten erkennen, einen der ihn in das Jahr 1948 zurückführt. Plötzlich ist der ersehnte Frieden des Ruhestandes in die Ferne gerückt, denn die Gedanken an diesen Sommer fangen ihn an zu plagen. In Rückblenden entsteht ein Puzzle der Ereignisse, und die fehlenden Stellen aufzufüllen ist nicht schwierig aber sehr schmerzvoll.
Boken fikk fem (fra fem) stjerner. Elsket melankolien og poesien mellom linjene. Der inne fantes den norske sjelen så som jeg forestiller meg den. Det var storartet fortalt og jeg skal gjerne lese mer fra Petterson ...
Eigentlich kennt man Karin Fossum für ihre Krimis. Dieses Buch ist ganz anderes, so anders dass es fast autobiographische Züge vermuten läßt.
Hajna beschließt dass die Zeit gekommen ist mit ihrem Leben abzuschließen, schließlich hat es keinen Sinn mehr. Die Welt "draußen" hält sie nicht mehr aus, sie will in die Psychiatrie um in Ruhe zu sterben. Und da so schnell kein Platz zu bekommen ist, stürzt sie sich durch ein Schaufenster. Sie wacht in Varden wieder auf, 'Europas modernster Psychiatrie'. Das erste was sie bekommt sind bunte Pillen, die sie die ganze Zeit begleiten werden. Um in Ruhe ihren Plan vom Tod zu verwirklichen hört sie auf zu essen. Das wird aber irgendwann entdeckt, und um bleiben zu dürfen. Doch das Leben drinnen ist nicht viel anders als draußen - Freundschaften entwickeln sich, Leute mit den unterschiedlichsten Eigenschaften und Störungen, Streit und Diskussionen in den Gruppentrefen und ihrer Therapeutin. Das Personal ist chronisch unterbesetzt, unausgebildet und wechselt schnell. Dabei beobachtet Hajna ihre Umwelt spitzfinnig und scharfsinnig, jeder bekommt von ihr einen Namen nach seinem ins Auge stechenden Charakteristikum. Das stößt nicht unbedingt auf Gegenliebe, doch Hajna sucht auch eher keine Gesellschaft, die sucht sie nur beim Tod mit dem sie durch einen alten Brunnen spricht. Den einzigen Halt der findet sie bei ihrem Betreuer, Stetson (benannt nach seinem Cowboyhut), aber die Welt verändert sich, und auch in einer beschützten Umgebung geschehen Dinge die nicht zu verhindern sind ...
Ein spannender Blick "von der anderen Seite" die Hilflosigkeit und auch Verrücktheit zeigt, wo wir sie nicht vermuten. Das Leben geht weiter, ob "drinnen" oder "draußen" und wir können den Lauf der Dinge nicht aufhalten. Leben ist leben mit Hindernissen egal wo und wie.
Veronika beschließt zu sterben. Sie nimmt eine Überdosis Schlaftabletten und wacht in einer Irrenanstalt wieder auf, wo ihr gesagt wird, dass sie aufgrund einer Herzschädigung nur noch eine Woche zu leben habe - also hat sie es doch geschafft, oder? Aber je näher die gesetzte Frist rückt, desto mehr merkt sie dass sie das Leben mehr liebt als sie gedacht hätte ...
Flott zu lesen mit poetischen (und philosophischen) Untertönen und der Frage, was verrückt ist.
VIELVERSPRECHEND & ENTTÄUSCHEND
Die Überschrift mag sich widersprechen, aber nicht für mich. Ich hatte mir viel von diesem Buch versprochen. Indische Impressionen mit historischem Hintergrund zu Beispiel, wie in der Buchbeschreibung angekündigt:
"1838: Am Oberlauf des Ganges schuften die Menschen für die britische Opiumindustrie. Verfolgung, Intrigen und Not vereinen eine Gruppe von Flüchtlingen als Schicksalsgemeinschaft auf der »Ibis«, einem ehemaligen Sklavenschiff. Die »Ibis« ist Hoffnung und Strafe, Zukunft und Endstation zugleich. Und hinter der Mündung des Ganges wartet die Ungewissheit. Unterdrückung und Kolonialismus, das Aufeinanderprallen von Kulturen, Liebe und Hass sind die großen Themen bei Ghosh. Spannendes soziales Drama und literarischer Abenteuerroman zugleich."
Gleich am Anfang machte mir die Sprache zu schaffen. Die Mischung aus Indisch-Englisch, angestaubten Vokabular der Kolonialzeit und dem Slang der Seemänner schaffte zwar eine gewisse Authentizität, aber ich verstand teilweise von ganzen Seiten nur einige Fetzen. Lust alles im Wörterbuch nachzuschlagen hatte ich nicht, und so ließ ich Unverstandenes unverstanden. Im Laufe der Geschichte, welche ausgezeichnet recherchiert und brilliant und facettenreich erzählt ist, kam ich aber meiner Abneigung gegen einige andere Bücher näher. Warum? Ich verstand dass ich Geschichten die im viktorianischen Zeitalter spielen nicht mag. Die Ignoranz und Willkür der Briten in diesen Zeiten, die oft sehr plakatorisch dargestellt werden finde ich - fein formuliert - widerlich. Kennt Ihr das Gefühl ein Buch aus der Hand legen zu müssen und nicht weiterlesen zu wollen weil gerade etwas passiert, dass ungerecht/brutal oä ist - und das ist nicht möglich weil Ihr unbedingt wissen wollt wie es weitergeht? Gut für den Autor, da er geschafft hat den Leser zu fesseln, aber ich möchte dieses Gefühl (wie bei diesem Buch) nicht die ganze Zeit über haben. JA, ich möchte mich beim Lesen auch entspannen und nicht die ganze Zeit mental mitleiden. Dieser Punkt spricht zwar eindeutig für das Buch, aber fällt bei mir in "einlullende historische Geschichte" durch.
Leider gibt es dieses Buch meinen Recherchen nach noch nicht auf Deutsch (oder Englisch) deswegen begnüge ich mich mit: Boken var fantastisk! Elsket den og leste den nesten med en gang. Ble litt fascinert av hvordan historier hang sammen - så mye informasjon en far etterpå ... Derfor er den i hvert fall verdi å bli lest en gang til!
RAUES KLIMA
... herrscht irgendwo im Norden Norwegens. Die Leute leben von der Fischerei, manche mehr recht als schlecht. Das Leben ist hart, besonders im 'Tausendheim' einem großen Mietshaus mit mehreren Familien, die sich ein Plumpsklo im Hof und auch manche Sorgen teilen. Dort wächst auch Tora auf, "tyskerunge" - "Deutschenkind" wird sie auch manchmal genannt, eine besonders schlimmes Schimpfwort. Ihren Vater, einen Deutschen, kennt sie nicht; der Stiefvater ist meist betrunken, und als sie älter wird hält auch ein gelähmter Arm ihn nicht ab sie regelmäßig zu mißbrauchen ...
Das andere Buch meines "Lesemarathons" während meines Urlaubes in Trondheim. Es las sich nciht mit so viel Schwung wie anfangs angenommen, und hat so seine Längen. Insgesamt interessantes Thema und einfühlsam beschrieben, aber kein für mich angenehm zu lesender Stil - es wird wohl bei dem einen Buch von Herbjørg Wassmo bleiben.
SIND WIR NICHT ALLE EIN BIßCHEN BECKSTRÖM?
B.A. Beckström ist 92, pensionierter Statistiker und liegt damit schon weit über der durchschnittlichen Lebenserwartung. In seiner Wohnung, welche er von einem Onkel geerbt hat, liegt ein Fußboden aus Kiefernholz. Er hat dem Onkel hoch und heilig geschworen den Boden so zu bewahren, dass dieser keine Abnutzungserscheinungen bekommt, was bedeutet möglichst immer auf eine andere Stelle zu treten. Deswegen lebt er hauptsächlich im Eingangsbereich der Wohnung, weil dort Fliesen liegen. Doch das ist nicht das einzige merkwürdige in seinem Verhalten. Er geht auch nur zu maximal zwei Sportveranstaltungen im Jahr, da der Norweger durchschnittlich zu 2,7 Sportveranstaltungen geht - was würden sonst seine Kollegen sagen, wenn sie ihn dort erwischen würden? Solche teilweise paranoiden Gedankengänge ziehen sich durch sein Leben wie ein roter Faden. Am Heilig Abend 2006 wird sein Leben aber bis zum Limit auf den Kopf gestellt:
1. Er hat Lust auf Ribbe (traditionelles norwegisches Weihnachtsessen). Aus Angst vor Fragen in seinem Supermarkt wo er seit Jahrzehnten ein-Portionen-Essen kauft, geht er das erste Mal woanders einkaufen.
2. Zurück in der Wohnung bemerkt er Abnutzungen auf dem Fußboden.
3. Er bekommt einen Telefonanruf (und kann sich nicht erinnern wann das Telefon überhaupt das letzte Mal geklingelt hat).
4. Eine Krankenschwester aus H. (in Schweden) ist am anderen Ende. Seine vier Jahre ältere Tante schwebt zwischen Leben und Tod. Er als ihr Nachfolger und damit Erbe des Beckströmschen Holzimperiums soll entscheiden ob sie operiert werden soll oder nicht.
5. Er entscheidet sich nach H. zu fahren, mit dem Taxi - und der in Zeitungspapier gewickelten Ribbe.
6. Sein Chauffeur ist Ali, ein Einwanderer aus Pakistan mit dem er sogleich aneinandergerät.
Eine absurde Reise Richtung H. enthüllt Geheimnisse aus B.A.s Vergangenheit und verändert die Beziehung zwischen ihm und Ali drastisch.
Ein großartiges Buch! Sehr unterhaltsam auf eine doch manchmal tragikomische Weise, manchmal glaubte ich auch mich in der Hauptfigur zu erkennen ...
Fabelaktig bok - likte den veldig godt! En rar og samtidig morsom historie om en i hvert fall unik kar. Av og til trodde jeg å kjenne litt av meg i personligheten hans. Finns det ikke et lite bite Beckström i hver av oss? Det var litt vanskelig og slittsom å lese og forstår nynorsk men til slutt klarte jeg meg bra. (En annen bokomtale på norsk)
AUF DIE SPITZE GETRIEBEN
Die Geschichte ist ähnlich wie in "Alle Namen". Ein Geschichtslehrer sieht ein Video und entdeckt darin einen Mann, der genauso aussieht wie er. Er stellt Nachforschungen an - wer ist dieser Mann, wie lebt er - und wenn es ein Doppelgänger ist, wer von beiden ist dann das Original und wer die Fälschung? Wer jetzt glaubt die Geschichte würde mit einem rührenden Ende über Zwillingsbrüder gelöst, der irrt. Der Strudel der Irrungen und Wirrungen, subtiler Gesten und versteckten Bedeutungen in Sätzen, irrationellen Handlungen der Protagonisten und plötzlicher Einmischungen des "gesunden Menschenverstandes" schafft ein Labyrinth aus welchem man nur auf eine Weise herauskommt: Mit einer überraschenden und brutalen Katastrophe.
KRITISCH GESEHEN
Dieses Buch war meine letzte "Ausbeute" aus dem Norwegen-Urlaub im September. Den Autor hatte mir mein Norwegisch-Lehrer empfohlen, und von ihm hatte ich auch zuvor schon "Haiene" gelesen. Seine Biographie erklärt vielleicht ein wenig die Wahl der Themen seiner Romane. Die Erzählweise ist nicht so sehr auf eine Hauptperson konzentriert, sondern eher eine Sammlung auch der Geschichten der Personen, denen die Hauptperson begegnet. Ohne Wertung schildern sie, warum das Leben diese oder jene Wendung genommen hat - nicht ohne hintergründig Mißstände in der Gesellschaft aufzuzeigen. Es gibt viele Parallelen zu Bjørneboes Leben, und vielleicht liest es sich leichter und mit mehr Geduld, wenn man vorher sein Leben und seine Motive kennt.
Leider habe ich online keins der in dem Sammelband enthaltenen Bücher gefunden, und so gibt es nur einen kurzen Abriss von mir zum Inhalt:
Jonas - Ein Junge mit Legasthenie rutscht durch das Schulsystem, und soll am Ende auf die Hilfsschule - zum Glück findet sich eine Alternative, aber auf Umwegen. Ein Angriff auf das Schulsystem.
Den onde hyrde (Der schlechte Hirte) - Tonnie hat fast sein ganzes Leben in Erzeihungsheimen und im Gefängnis verbracht. Als er freigelassen wird, schwört er sich dass für ihn ein 'normales' Leben beginnen soll. Doch hat er keine Chance mehr auf Normalität, und so endet alles wie es kommen muß ... Ein Angriff auf das Gefängniswesen und Strafsystem.
Drømmen og hjulet (Der Traum und das Rad) - Die Autobiographie der norwegischen Schriftstellerin Ragnhild Jølsen, welche ebenfalls kontroverse Literatur verfasste und sich mit 33 Jahren das Leben nahm.
Stemningen i boken er trist og grått og minnes litt om Kafka. Ting han forteller er egentlig ting man vil ikke snakke eller høre om. Hovedpersoner er alltid hjelpeløs og utlevert til omstendigheter de kan ikke forandre. Det gjorde meg sint, og kanskje det var følelsen i Bjørneboe hele tiden som han også skrev ned i bokene sine.