Eigentlich kennt man Karin Fossum für ihre Krimis. Dieses Buch ist ganz anderes, so anders dass es fast autobiographische Züge vermuten läßt.
Hajna beschließt dass die Zeit gekommen ist mit ihrem Leben abzuschließen, schließlich hat es keinen Sinn mehr. Die Welt "draußen" hält sie nicht mehr aus, sie will in die Psychiatrie um in Ruhe zu sterben. Und da so schnell kein Platz zu bekommen ist, stürzt sie sich durch ein Schaufenster. Sie wacht in Varden wieder auf, 'Europas modernster Psychiatrie'. Das erste was sie bekommt sind bunte Pillen, die sie die ganze Zeit begleiten werden. Um in Ruhe ihren Plan vom Tod zu verwirklichen hört sie auf zu essen. Das wird aber irgendwann entdeckt, und um bleiben zu dürfen. Doch das Leben drinnen ist nicht viel anders als draußen - Freundschaften entwickeln sich, Leute mit den unterschiedlichsten Eigenschaften und Störungen, Streit und Diskussionen in den Gruppentrefen und ihrer Therapeutin. Das Personal ist chronisch unterbesetzt, unausgebildet und wechselt schnell. Dabei beobachtet Hajna ihre Umwelt spitzfinnig und scharfsinnig, jeder bekommt von ihr einen Namen nach seinem ins Auge stechenden Charakteristikum. Das stößt nicht unbedingt auf Gegenliebe, doch Hajna sucht auch eher keine Gesellschaft, die sucht sie nur beim Tod mit dem sie durch einen alten Brunnen spricht. Den einzigen Halt der findet sie bei ihrem Betreuer, Stetson (benannt nach seinem Cowboyhut), aber die Welt verändert sich, und auch in einer beschützten Umgebung geschehen Dinge die nicht zu verhindern sind ...
Ein spannender Blick "von der anderen Seite" die Hilflosigkeit und auch Verrücktheit zeigt, wo wir sie nicht vermuten. Das Leben geht weiter, ob "drinnen" oder "draußen" und wir können den Lauf der Dinge nicht aufhalten. Leben ist leben mit Hindernissen egal wo und wie.

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