My expectations were high when I started reading, but after some pages I realized there was no arc of suspense and I shouldn't expect one either. The story is about silence, and mostly about the 'bad' silence. Secrets unrevealed, being a constant burden. It's a rather depressing and sad story about an old couple - he, suffering from dementia, starts talking to his wife. She is struggling with that fact, especially because only she knows his whole story (he is a jew, most of his family died in the holocaust) and wants him to tell it to their children. But this chance has long ago passed, and even as they have to fire their househelp because she turns out to be an anti-Semite, they won't tell their children the real reason. The whole atmosphere of this story is gloomy the way it's written, you get small hints and bites until you get the whole point, but there is no real beginning or end.
So if you want to read a good story about the 'dark side' of silence and want to get this creepy felling of sitting in a room with others, full of tension and nobody talking, I can recommend it.
Als ich im Norwegenurlaub mal wieder auf der Suche nach etwas Lesbarem war, kaufte ich unter anderem auch dieses Buch. Es wurde in der norwegischen Literaturwelt empfohlen und hatte auch einige Buchpreise abgeräumt, also dachte ich dass es deswegen schon lesenswert sein müßte. Ein bißchen enttäuscht war ich allerdings, als sich das nicht so ganz wie erwartet erwies. Die vorherigen Bücher hatten mich mit ihrem Spannungsverlauf und dem Aufbau der Geschichte immer gefesselt, was ich von diesem Buch nicht so behaupten kann. Es gibt nämlich keinen Spannungsbogen, und die Geschichte "plätschert" so dahin, unterbrochen von kurzen Einschüben aus der Vergangenheit. Im wesentlichen geht es um die unangenehmen und schlechten Aspekte des Schweigens.
Es beschreibt das Zusammenleben eines älteren Ehepaares (aus der Perspektive der Ehefrau erzählt), die Kinder sind schon lange aus dem Haus; sie legen sich eine Haushaltshilfe zu. Der Mann erkrankt an Demenz, die schleichend immer mehr zunimmt, und irgendwann hört er auf zu sprechen. Für die Frau ist es eine Belastung, besonders da ihr Mann ein Geheimnis hütet, von dem nur sie weiß. Er hat den Holocaust überlebt, versteckt; ein Großteil seiner Familie wurde ermordet. Die Kinder ahnen nichts davon, und die Chance ihnen davon etwas zu erzählen ist nun endgültig verpasst, denn die Frau traut sich ebenfalls nicht über das zu sprechen, was ihr Mann ihr anvertraut hat. Selbst als die ausländische Haushaltshilfe, mit der sie ein freundschaftliches Verhältnis aufgebaut haben, sich als Antisemitin entpuppt und sie deswegen entlassen wird, kann die Frau das Schweigen über den wahren Grund der Kündigung ihren Kindern gegenüber nicht brechen.
Das Ganze ist gut verpackt, immer wieder bekommt man kleine Bröckchen der Geschichte serviert, bis sich am Ende ein Gesamtbild ergibt; und dieses unangenehme Gefühl ist ein ständiger Begleiter. Das Gefühl, was man in einem gefüllten Warteraum bekommt, wenn keiner etwas sagt. Unangenehmes Schweigen. Mit diesem Gefühl läßt einen das Buch auch zurück, ohne wirklichen Anfang oder Ende, nur mit einem Einblick in ein Leben, in dem zuviel geschwiegen wurde.
Alles in allem kein schlechtes Buch, gut geschrieben, aber ohne etwas, das man 'mitnehmen' könnte - es hinterläßt nur einen schalen Beigeschmack (aber das ist schon etwas - mehr als andere Bücher schaffen).