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Max Frisch: Stiller

WER BIN ICH ...


StillerBei der Einreise in die Schweiz wird Mr. White festgenommen, weil er für die Grenzpolizei mit dem verschwundenen Bildhauer Anatol Ludwig Stiller identisch ist. Frühere Freunde, sein Bruder, seine Frau Julika und der Staatsanwalt bestätigen in Aussagen und gemeinsamen Erinnerungen diesen Verdacht. Die Aufzeichnungen des Mr. White in der Untersuchungshaft aber wehren sich gegen diese Festlegung mit der Behauptung: »Ich bin nicht Stiller!« In immer neuen Erzählungen will er dieser Fixierung entgehen, weil ihm diese Identität fragwürdig geworden ist und weil er sich die Freiheit der Wahl, ein anderer zusein, erhalten will. - »Das Ich wird eine Behauptung der Welt, der man eine Gegenbehauptung, ein Nicht-Ich entgegenstellt. Anders gesagt: an Stelle des Ichs tritt ein fingiertes Ich, und das Ich wird ein Objekt. Romantechnisch gesehen: das Ich wird ein Kriminalfall. Einfacher ausgedruckt: Frisch hat sich durch diese Form, die gleichzeitig Handlung, gleichzeitig Problematik ist, in einen anderen verwandelt, der nun erzählt, nicht von Stiller zuerst, sondern von sich, von White eben, für den Stiller der andere ist, für den er sich nun zu interessieren beginnt und dem er nachforscht, weil man doch ständig behauptet, er sei mit ihm identisch. Gerade durch diese Romanform wird so Selbstdarstellung möglich, gesetzt -, der Leser mache auch mit, spiele mit. Ohne Mitmachen ist der Stiller weder zu lesen noch zu begreifen.« Friedrich Dürrenmatt

Andrew Stevenson: Mittsommer. Auf Trekkingtour in Norwegen

ICH WILL AUCH ...


MittsommerKurzbeschreibung: Norwegen - das Land der endlosen Sommer, in denen der Unterschied zwischen Tag und Nacht verschwimmt und das geprägt ist von einer atemberaubenden Naturlandschaft. Der gebürtige Kanadier und Lonley Planet- Bestsellerautor Andrew Stevenson entführt uns in "Mittsommer" auf eine Reise durch die Wildnis Norwegens: von Oslo in Richtung Nordwesten bis nach Bergen und weiter zu einem Abstecher zu den norwegischen Eisinseln der Arktis. Begleitet wird er von seiner neuseeländischen Freundin Annabel, der er das Land zeigen will, in dem er viele Jahre studiert und gearbeitet hatte. Die Trekking-Tour führt das Paar von den Jotunheimen Bergen, Skandinaviens höchstem Gebirge, das auch "The Home of the Giants" genannt wird, durch Sognefjord, der zweitgrößte Fjord der Welt, durch leuchtende Täler und auf schneebedeckte Spitzen.


Ich lieeeeebe Norwegen und seine Landschaft ... mehr sage ich dazu nicht ;)

Sigrid Undset: Kristin Lavranstochter


GESCHICHTE ERLEBEN



Wunderschöne poetisch erzählte Geschichte über das Leben eines Mädchens / einer Frau im Norwegen des 14. Jahrhunderts.

José Saramago: Die Stadt der Blinden

Die Stadt der BlindenFASZINIEREND BIS ZUM LETZTEN SATZ


In einer Stadt erblinden plötzlich der Reihe nach alle Menschen epedemieartig. Nur die Frau des ersten "Opfers" nicht, was sie aber verschweigt, um ihrem Mann in die Quarantäne begleiten zu können. Als die Versorgung abbricht, geht es erst richtig los...

Albert Camus: Die Pest

BEKLEMMEND FESSELNDDie Pest


Die algerische Stadt Oran wird von einer rätselhaften Erscheinung heimgesucht. Die Ratten kommen aus den Kanälen und verenden auf den Straßen. Kurze Zeit später sterben die ersten Menschen an einem heimtückischen Fieber. Schließlich erkennt man: Die Pest wütet in der Stadt. Erst nach einem scheinbar endlosen Jahr verschwindet die Seuche, und die Überlebenden feiern ihre Erlösung. «Natürlich wissen wir, daß die Pest ihr Gutes hat, daß sie die Augen öffnet, zum Nachdenken zwingt. Aber gleichgültig, welche Größe einzelne ihr abgewinnen, muß man ein Irrer, ein Verbrecher oder ein Feigling sein, um die Pest zu bejahen.» (Albert Camus)

Erich Maria Remarque: Der schwarze Obelisk. Geschichte einer verspäteten Jugend

BITTERBÖSE SCHWARZ


Der schwarze ObeliskBeschrieben wird aus Sicht von Ludwig Bodmer die Zeit der Weimarer Republik in einer deutschen Kleinstadt. Eine Handlung im eigentlichen Sinne gibt es nicht: statt dessen überzeugt der Roman durch die Fülle der verschiedensten Charaktere und ihrer liebevollen und detailverliebten Beschreibung. Ein "remarque-typisches" Werk: Einzelschicksale von Menschen, die von den jeweiligen Wirren der Zeit hin und her gestoßen werden - ohne ihr Schicksal wirklich selbst bestimmen zu können. Remarque gelingt es, die Resignation, Enttäuschung und auch Wut der Menschen in der Weimarer Republik einzufangen. Und nicht nur das: der Roman ist ebenso ein historisches Werk. Selten wurde das alltägliche Leben dieser Zeit detaillierter in Prosa beschrieben.


(Ein Kunde bei amazon.de)


Nachdem ich "Im Westen nichts Neues" gelesen hatte wurde ich ein Remarque-Fan - (fast) alle Bücher umfasst meine Sammlung. Dabei ist "Der schwarze Obelisk" mein Lieblingsbuch weil er einfach schön und tragisch traurig zugleich ist. Der Obelisk, der ein Grabmal auf dem Hof des Bestattungsunternehmens ist bei dem Ludwig arbeitet, ist der größte Fluch und die größte Wertanlage zugleich. Nachts dient er Pärchen als Platz für ein Stelldichein und mehr, während Ludwig Liebe bei der schizophrenen Isabell sucht ...

Friedrich Dürrenmatt: Der Richter und sein Henker

Der Richter und sein HenkerGrundthema: der Kampf zweier Parteien, deren eine ein einzelner Detektiv ist. Die gute Partei, Inspektor Bärlach, ist todkrank. und es bleibt ihm nicht viel Zeit, den Verbrecher Gastmann zu überführen. Was für ein Mensch ist dieser Bärlach? In seiner Menschlichkeit erinnert er an Maigret. Wie dieser ist er vom alten Schrot und Korn, ist in ertster Linie ein konservativer Mensch, der nicht nach juristischen Regeln operiert, der von den modernen Techniken der Kriminologie wenig hält und lieber seiner durch Erfahrungen gewitzten Nase und dem gesunden Menschenverstand folgt." Armin Arnold"Daß es sich bei den sogenannten Kriminalromanen um Nebenwerke handle, ist eine Ansicht, hinter der ich die Rache der Germanistik vermute: Dafür, daß Friedrich Dürrenmatt mit vollem Bewußtsein gegen das anschrieb, was (damals) allein als Kunstwerk zugelassen war. Die Kriminalromane sind im Hinblick auf Dürrenmatts Ästhetik geradezu Schlüsselwerke." (Die Weltwoche)

Birgit Vanderbeke: Das Muschelessen

OHNE LUFT ZU HOLEN


Das MuschelessenDie wenigen Stunden, die der Familienvater sich verspätet, und während derer die Frau und die beiden jugendlichen Kinder wartend am Abendessenstisch sitzen, genügen, um aus der sorgfältig ausbalancierten Kleinfamilie einen Haufen zersprengter Einzelteile zu machen. Die drei sitzen vor einem Berg Muscheln, die sich eklig schmatzend öffnen und die eigentlich niemand außer dem Vater gerne ißt, und sie beginnen in dieser unerwarteten Auszeit miteinander zu sprechen. Es entsteht so plötzlich wie überraschend ein Riß in der familiären Scheinidylle. Der Vater wird besichtigt und es bleibt nicht besonders viel übrig von diesem Mann und seiner fragwürdigen väterlichen Autorität. Birgit Vanderbeke läßt das Labor Familie in die Luft fliegen, sie zieht den Stöpsel, und durch eine kleine Veränderung in der Versuchsanordnung kommen der repressive Mief und der kleinbürgerliche Ehrgeiz, aber auch die versteckte Liebe zutage.


Dieser kleine Band raubt den Atem - ellenlange Sätze denen man wie auf einer Jagd folg und die beschreiben wie Risse in einer Fassade zu Löchern werden und zum Einsturz führen - ein großartiges Buch für mich!

Jostein Gaarder: Das Kartengeheimnis

ALLES FÜGT SICH ZUSAMMEN


Das KartengeheimnisKlappentext: Hans-Thomas ist zwölf und lebt bei seinem Vater. Vor vielen Jahren hat seine Mutter die Familie verlassen, ohne sich je wieder zu melden. Doch eines Tages wird sie per Zufall auf dem Titelbild einer griechischen Zeitschrift entdeckt. Vater und Sohn machen sich sofort auf die Suche. Es ist der Anfang einer unglaublichen Reise. Auf der Fahrt durch die Schweiz bekommt Hans-Thomas auf mysteriöse Weise ein winziges Buch in die Hände, das nur mit einer Lupe entziffert werden kann. Die Geschichte darin handelt ebenfalls von einer Reise, einer fantastischen Reise auf eine Insel, wo auf geheimnisvolle Weise ein Kartenspiel zum Leben erwacht.


Und auch die Philosophie spielt eine Rolle bei dieser dreifachen Reise, an deren Ende Hans-Thomas nicht nur seine Mutter wiedersieht, sondern auch Abenteuer erlebt hat, die er sich nie hätte träumen lassen.


Dieses Buch ist wie ein dreidimenionales Puzzel, dessen Teile sich im Laufe der Geschichte immer mehr zusammenfügen bis am Ende ein geschlossenes Kunstwerk fertig ist ...

José Saramago: Alle Namen

Alle Namen.



Einen spießigen Beamten des Personenstandregisters packt aus heiterm Himmel der Verfolgungswahn. Der Name einer Toten weckt sein Interesse, und er muss alles über sie wissen. Bei seiner etwas unbeholfenen Suche nach ihren Spuren verletzt er manche Statuten seines Weltbildes.