Emiliana Torrini muß man wirklich mögen, um auf so ein Konzert zu gehen. Wenn sie in ihrem bunten Kleid und etwas seltsamen violettfarbenene Schnürstiefeln auf der Bühne steht und die Federn in ihrem Haar wild druch die Gegend fliegen läßt. frag man sich erst einmal wo man da wohl gelandet ist. Die klangvolle Stimme kann man der Isländerin nicht streitig machen, und wenn sie so richtig aufdreht und ihr Publikum mit lustigen Geschichten unterhält (und das noch auf Deutsch mit einem sehr drolligen Akzent), dann hat man sie schon ins Herz geschlossen.



So eine richtige aufgeheizte Stimmung wollte dennoch nicht entstehen, denn Emilianas Musik ist nichts zum Tanzen oder Abrocken, sondern eher zum Genießen. Man muß schon genauso wie sie die Augen schließen und sich einfach im Takt und Klang der Musik gehen lassen, um dieselbige richtig genießen zukönnen. Das fiel dem einen oder anderen im Publikum sichtlich schwer, und so hatte Emilia manchmal etwas Schwierigkeiten ihre trägen Zuschauer aus der Lethargie zu reißen. Einige Titel aus ihrem letzten Album wurden auch gespielt, der Unterschied zwischen der Liveversion und dem Synthi-Pop des Albums war aber so gravierend, dass ich manche ieder erst nach einer Weile anhand des Textes erkannt habe. Alles in allem ein netter unterhalsamer Abend, aber mehr auch nicht. (Wer sich fragt ob ich wieder auf Devotionalienjagd war - ja, das war ich. Nur leider fiel die M des Shirts wie eine S aus, und deswegen liegt es jetzt im Schrank)
Eine angenehme Überraschung war wieder einmal die 'Vorband', eine junge Künstlerin spielte unter dem Namen "Lay Low" ebenfalls aus Island) schöne handgemachte Balladen mit der Accousticgitarre. Auf YouTube wurde ich nach kurzem auch fündig - live ist die Dame mindestens genauso gut!
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