Dai Sijie: Balzac und die kleine chinesische Schneiderin/Muo und der Pirol im Käfig

CHINESISCHE WAHRHEITEN

Hinter der Fassade des "roten Riesen" mit dem Heile-Welt-Schein kämpfen der Einzelne mit der ihm zugedachten/aufgezwungen Schicksal: Zwei Jungen, Teenager, versuchen in einem abgelegenen Bergdorf ihre an Dauer ungewisse "Umerziehung" zu überstehen. Hilfreich dabei ist die Chance auf "richtige" aber verbotene Literatur die sie bei einem anderen Umerzeihungsopfer im Nachbardorf vermuten. Hilfreich ist auch die kleine Schneiderin in der Kreisstadt, die sie auch mit der dann später ergatterten Literatur zu locken versuchen ... das gelingt ihnen, aber mit einem anderen Ergebnis als erhofft.


Er hat in Frankreich Psychoanalyse studiert - jetzt kehrt er in sein Heimatland zurück mit dem Ziel seine alte Liebe irgendwie aus dem Gefängnis zu befreien. Das Unterfangen ist nicht nur schwierig wegen des etwas eigentümlichen Charakters und Berufes des Protagonisten, sondern auch wegen seiner kindlichen Naivität und den Schwierigkeiten sich in seiner alten Heimat zurechtzufinden - eine fremde Welt mit anderen Regeln. Nicht gerade gute Voraussetzungen für ein Gelingen seines Unterfangens ...

Moderne Don-Quichotte-Geschichten mit Helden die zum Scheitern verurteilt sind aber trotzdem noch hoffen, und man hofft insgeheim mit und leidet - bittere Zeugnisse eines Volkes mit beeindruckenden kulturellen Zeignissen der Vergangenheit und erschreckenden Perspektiven für die Zukunft.

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